Dr. Bettina Siebert-Blaesing Supervision. Führung Geduld als Prozesskraft
Dr. Bettina Siebert-BlaesingSupervision. FührungGeduld als Prozesskraft

Institut für Geduld und Prozessforschung (IGP)

Forschung · Anwendung · Dialog · Transfer

Das Institut für Geduld und Prozessforschung befindet sich im Aufbau. Es bündelt meine langjährige wissenschaftliche und praktische Arbeit zur Geduld und schafft einen eigenständigen Ort für Forschung, Anwendung, fachlichen Dialog und Wissenschaft-Praxis-Transfer.

Ausgangspunkt ist die Frage, welche Bedeutung Geduld in Veränderungsprozessen gewinnt, deren Verlauf und Ausgang nicht sicher vorausgesagt werden können. Solche Prozesse begegnen uns in biografischen Übergängen, in Beratung und Therapie, in Trauerprozessen, in Führung und Organisationsentwicklung sowie bei gesellschaftlichen Veränderungen.

Geduld als Prozessressource

Geduld wird häufig als Tugend, Persönlichkeitsmerkmal oder Fähigkeit zum Belohnungsaufschub verstanden. Mein Forschungsansatz richtet den Blick auf den gesamten Prozess: Eine bisherige Ordnung trägt nicht mehr, während eine neue Ordnung noch nicht verlässlich erkennbar ist. Zugleich müssen Menschen wahrnehmen, entscheiden und handeln, ohne den weiteren Verlauf vollständig überblicken zu können.

Geduld bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, passiv abzuwarten oder schwierige Verhältnisse hinzunehmen. Sie kann dazu beitragen, Unsicherheit und Ambivalenz auszuhalten, Entwicklungen aufmerksam wahrzunehmen und einen stimmigen nächsten Schritt zu erkennen. Dabei bleibt die Frage wesentlich, wann ein Prozess Zeit benötigt und wann Schutz, Begrenzung oder entschiedenes Handeln erforderlich sind.

Für psychosoziale Fachkräfte und Führungskräfte ist Geduld deshalb nicht nur eine persönliche Ressource. Sie kann Teil einer professionellen Haltung und einer reflektierten Prozesskompetenz werden.

Warum ein Institut für Geduld und Prozessforschung?

Die Forschung zur Geduld verteilt sich bislang auf verschiedene wissenschaftliche Disziplinen und Anwendungsfelder. Dazu gehören unter anderem Psychologie, Sozial- und Gesundheitswissenschaften, Pädagogik, Philosophie, Theologie sowie Organisations- und Führungsforschung. Die jeweiligen Ansätze untersuchen unterschiedliche Aspekte und beruhen auf verschiedenen Verständnissen von Geduld.

Das IGP setzt an dieser offenen Forschungssituation an. Es untersucht Geduld nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit Zeiterleben, Veränderungsdynamiken, Selbstorganisation und professionellem Handeln. Individuelle Erfahrungen werden dabei ebenso berücksichtigt wie organisationale und gesellschaftliche Bedingungen.

Das Institut versteht sich nicht als Gegenmodell zu Hochschulen. Es soll mit Hochschulen, wissenschaftlichen Netzwerken, Verlagen, Praxisorganisationen und einzelnen Forscher zusammenarbeiten. Seine Eigenständigkeit ermöglicht es, Fragestellungen über institutionelle und disziplinäre Grenzen hinweg weiterzuverfolgen.

Forschungsschwerpunkte

  • Geduld als Ressource und Prozessressource

  • Geduld als professionelle Haltung und Prozesskompetenz

  • Zeiterleben und Zeitpraktiken in Veränderungsprozessen

  • biografische, organisationale und gesellschaftliche Übergänge

  • systemische und synergetische Prozessforschung

  • Praxisreflexion und Wissenschaft-Praxis-Transfer

Anwendungsfelder

Die Forschung wird mit unterschiedlichen Praxisfeldern verbunden. Dazu gehören insbesondere:

  • Soziale Arbeit und Sozialpädagogik

  • Beratung, Coaching, Supervision und Therapie

  • Trauerbegleitung und langfristige Krisen

  • Bildung und Hochschullehre

  • Führung und Non-Profit-Management

  • Organisationsentwicklung und Veränderungsbegleitung

  • Gesundheitsförderung und psychosoziale Praxis

Arbeitsweise

Das IGP verbindet qualitative und prozessorientierte Forschung mit konkreten Erfahrungen aus Lehre, Beratung, Supervision, Führung und Organisationspraxis. Fragestellungen sollen in überschaubaren Forschungs- und Praxisprojekten untersucht, wissenschaftlich reflektiert und für unterschiedliche Zielgruppen aufbereitet werden.

Mögliche Formen sind:

  • qualitative Forschungs- und Evaluationsprojekte

  • wissenschaftlich begleitete Praxisprojekte

  • Fall- und Prozessanalysen

  • Lehrveranstaltungen und studentische Forschungsarbeiten

  • Vorträge, Workshops und Fachdialoge

  • Publikationen und methodische Arbeitsmaterialien

  • mittel- und langfristig wissenschaftlich fundierte Weiterbildungsangebote

Aktueller Stand

Das Institut befindet sich im Aufbau. Bestehende Veröffentlichungen, Forschungsprojekte, internationale Vorträge und Lehrveranstaltungen bilden seine wissenschaftliche Grundlage.

Ein aktueller Transferbaustein ist das bei Hogrefe erscheinende Kartenset:

Geduld als Ressource in Veränderungsprozessen
65 Karten für Coaching, Beratung, Therapie, Supervision und Führung

Das Kartenset überträgt zentrale Erkenntnisse der Geduldsforschung in die professionelle Praxis. Es unterstützt dabei, Veränderungsprozesse differenziert wahrzunehmen, eigene Zeitvorstellungen zu reflektieren und Möglichkeiten zwischen Abwarten, Herantasten und Handeln zu erkunden.

Weitere Vorhaben betreffen die wissenschaftliche Vertiefung des Geduldsansatzes, kleinere Praxisforschungsprojekte, internationale Vernetzung sowie die Entwicklung von Lehr- und Weiterbildungsformaten.

Dialog und Kooperation

Das IGP ist offen für fachlichen Austausch und für Kooperationen, die zur wissenschaftlichen Weiterentwicklung und praktischen Erprobung des Geduldsansatzes beitragen.

Von besonderem Interesse sind:

  • gemeinsame Forschungs- und Transferprojekte

  • Kooperationen mit Hochschulen und Praxisorganisationen

  • Bachelor- und Masterarbeiten zu Geduld und Prozessforschung

  • wissenschaftliche und interdisziplinäre Fachdialoge

  • Erprobungen in psychosozialen, pädagogischen und organisationalen Arbeitsfeldern

  • internationale und interkulturelle Perspektiven auf Geduld und Veränderung

Leitung

Dr. phil. Bettina Siebert-Blaesing

Diplom-Sozialpädagogin, Erziehungswissenschaftlerin, Systemische Therapeutin (SG), Supervisorin (DGSv/SG), Coach und Journalistin (DFJV/JB).

Meine Arbeit verbindet Wissenschaft, Lehre, psychosoziale Praxis und Führung. Im Mittelpunkt steht die Weiterentwicklung der Geduld als Ressource, Prozessressource und professionelle Haltung in komplexen Veränderungsprozessen.

Veröffentlichungen

Die wissenschaftlichen Grundlagen, Veröffentlichungen und laufenden Projekte finden Sie auf der Seite Publikationen.

Kontakt

Sie möchten eine Forschungsfrage, ein Praxisprojekt oder eine mögliche Kooperation besprechen?

Dr. phil. Bettina Siebert-Blaesing
Gründerin und wissenschaftliche Leitung des IGP
www.siebert-blaesing.de
kontakt@siebert-blaesing.de

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