Geduld wird besonders dort bedeutsam, wo eine bisherige Ordnung nicht mehr trägt und eine neue noch nicht verlässlich erkennbar ist.
Das Institut für Geduld und Prozessforschung befindet sich im Aufbau.
Geduld als Ressource, Prozesskompetenz und professionelle Haltung untersuchen.
Erkenntnisse in Sozialer Arbeit, Beratung, Coaching, Supervision, Führung und psychosozialer Praxis erproben.
Wissenschaftliche, berufliche und kulturelle Perspektiven auf Geduld und Veränderung miteinander ins Gespräch bringen.
Forschung für Lehre, Praxis, Organisationen und gesellschaftliche Veränderungsprozesse nutzbar machen.
Geduld wird häufig als Tugend, Persönlichkeitsmerkmal oder Fähigkeit zum Belohnungsaufschub verstanden. Mein Forschungsansatz richtet den Blick auf den gesamten Veränderungsprozess.
Was geschieht, wenn eine bisherige Ordnung nicht mehr trägt, eine neue aber noch nicht greifbar ist? Wie bleiben Menschen in dieser Zwischenzeit wahrnehmungs- und handlungsfähig? Wann braucht eine Entwicklung Zeit, und wann wären weiteres Warten oder Aushalten nicht mehr vertretbar?
Geduld bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, passiv abzuwarten. Sie kann dazu beitragen, Unsicherheit und Ambivalenz auszuhalten, Entwicklungen aufmerksam wahrzunehmen und einen stimmigen nächsten Schritt zu finden.
Vertraute Muster verlieren ihre Stabilität. Bisherige Lösungen reichen nicht mehr aus.
Der weitere Verlauf bleibt zeitlich und inhaltlich offen. Wahrnehmen, Aushalten, Herantasten und Erproben werden bedeutsam.
Neue Handlungsmöglichkeiten und Muster werden erkennbar. Sie können geprüft, weiterentwickelt und stabilisiert werden.
Geduld begleitet diesen Prozess. Sie ersetzt weder Entscheidungen noch notwendiges Handeln.
Dissertation Geduld als Ressource und Forschungsbericht Kraftquellen
Fachbeiträge in Familiendynamik und Konfliktdynamik
Systemische Fallkonzeption und internationale Workshops
Geduld als professionelle Haltung im Journal für Psychologie und als Führungskompetenz im Rotary Magazin
Hogrefe-Kartenset Geduld als Ressource in Veränderungsprozessen
Übergänge, Krisen, Trauer und Lebensentscheidungen, deren zeitlicher Verlauf nicht vorausgesagt werden kann.
Geduld als Haltung und Prozesskompetenz in Sozialer Arbeit, Beratung, Coaching, Supervision und Therapie.
Veränderungsprozesse zwischen Handlungsdruck, notwendiger Prozesszeit und organisationaler Verantwortung.
Geduld im Zusammenhang mit langfristigen Krisen, Nachhaltigkeit, Demokratie und generationenübergreifenden Veränderungen.
2027 erscheint bei Hogrefe:
65 Karten für Coaching, Beratung, Therapie, Supervision und Führung
Das Kartenset überträgt zentrale Erkenntnisse der Geduldsforschung in die professionelle Praxis. Es unterstützt dabei, Veränderungsprozesse differenziert wahrzunehmen, Zeitvorstellungen zu reflektieren und Möglichkeiten zwischen Warten, Herantasten und Handeln zu erkunden.
Das IGP entsteht im Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Von Interesse sind:
Forschungskooperationen,
studentische Forschungsarbeiten,
überschaubare Praxis- und Transferprojekte,
internationale und interkulturelle Perspektiven,
fachliche Gespräche zu Geduld, Zeiterleben und Veränderungsprozessen.
Das IGP versteht sich nicht als Gegenmodell zur Hochschule. Es soll mit Hochschulen, Praxisorganisationen, wissenschaftlichen Netzwerken und Verlagen zusammenarbeiten. Seine Eigenständigkeit ermöglicht es, Fragestellungen über institutionelle und disziplinäre Grenzen hinweg weiterzuverfolgen.
Dr. phil. Bettina Siebert-Blaesing
Gründerin und wissenschaftliche Leitung
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